Harderwijk – Gefangenenturm
M71
Harderwijk
1310

Harderwijk – Gefangenenturm

Harderwijk – Gefangenenturm
Harderwijk – Gefangenenturm
Harderwijk – Gefangenenturm
Harderwijk – Gefangenenturm
Harderwijk – Gefangenenturm
Harderwijk – Gefangenenturm

Der „Vanghentoren“ verdankt seinen Namen dem Stadtgefängnis, das lange Zeit in diesem Turm untergebracht war. Vor jener Zeit jedoch war der Turm Teil der Stadtburg des Grafen von Geldern in Harderwijk. Heute erinnern nur die Straßennamen Blokhuissteeg und Burgtstraat noch an den Standort der ehemaligen gräflichen Burg.

Herderewich
Am 11. Juni 1231 verlieh Graf Otto II. von Geldern der Siedlung Herderewich die Stadtrechte. Damit wurde Harderwijk offiziell zu einer echten Stadt. Die Harderwijker durften nun selbst Recht sprechen, Wochen- und Jahrmärkte abhalten sowie Stadtmauern zu ihrer Verteidigung errichten. Um 1280 trat Harderwijk der Deutschen Hanse bei. Die Hanse war zunächst eine Handelsvereinigung unter Kaufleuten, entwickelte sich aber später von der Kaufmannshanse zur Städtehanse. Der Beitritt zur Hanse war ein äußeres Zeichen dafür, dass Harderwijk sich zu einer Handelsstadt mit internationalen Geschäftsbeziehungen entwickelt hatte. Die Wochen- und Jahrmärkte brachten der Stadt viel Geld ein.

Stadtburg Harderwijk
Im Jahre 1310 kaufte Ottos Sohn, Graf Rainald I. von Geldern, ein Grundstück an der Stadtmauer und ließ darauf seine Stadtburg errichten. Der heutige „Gefangenenturm“ bildete in dieser Burg das Tor zur Zuiderzee. Mit ihren verstärkten Mauern war die Burg vor allem ein Symbol der gräflichen Macht. Die Stadt mochte zwar ihre eigenen Rechte besitzen, der Graf jedoch war nach wie vor der „Boss“ und erhielt von der wohlhabenden Stadt die nötigen Steuern. Harderwijk baute im 14. Jahrhundert mächtige Stadtmauern – zum Schutz vor Feinden, aber auch vor dem Meer.

Blockhaus
Im Jahre 1393 überließ der Herzog von Geldern seine Burg der Stadtverwaltung von Harderwijk. Die Stadt nutzte es als Blockhaus (auf Niederländisch: Blokhuis) – einen verstärkten Abschnitt der Stadtmauer – und brachte in einem Teil der Burg das Gefängnis unter. 1673 wurde das Blockhaus fast vollständig abgerissen, nur der Gefangenenturm blieb mehr oder weniger intakt. Zwischen 1820 und 1941 wurde der Turm von den Stadtbewohnern „Soephuis“ genannt: Hier wurde Suppe an die Armen ausgeschenkt. Im Boden findet man hier bis heute eine Holzluke, unter der ein gigantischer Suppenkessel mit einem Fassungsvermögen von 1200 Litern steht. Derzeit wird der Turm als Wohnhaus genutzt.

Harderwijk – Gefangenenturm
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