Rettender Engel an der Grenze
L93
Kranenburg
1938

Rettender Engel an der Grenze

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Rettender Engel an der Grenze
Rettender Engel an der Grenze

Hier, am westlichsten Punkt Deutschlands,stand bis 1972 ein Försterhaus. Dieses Haus war für viele Juden die Tür zur Freiheit. Dort fanden sie nämlich Unterschlupf, bis die Förstersfrau Louise Rausch ihnen dabei half, ans andere Ufer“ zu gelangen, ohne dass ihr Mann Gustav davon wusste.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg eröffnet die Förstersfrau Luise Rausch in ihrem Forsthaus eine kleine Pension, herrlich gelegen am hügeligen Rande des Reichswalds und mit Aussicht auf niederländische Äcker und Weiden. Groesbeek liegt nur einen Katzensprung entfernt.

Förster Gustav Rausch weiß jedoch nicht, dass seine Frau und seine Tochter bereits seit der sogenannten Reichskristallnacht am 9. November 1938 regelmäßig deutschen Juden Unterschlupf bieten. Die Nacht vom 9. November 1938 ist die schreckliche Nacht, in der viele Synagogen und jüdische Geschäfte in Flammen aufgehen. Seitdem wird das Leben der jüdischen Bevölkerung in Deutschland immer unerträglicher. Viele Juden warten die Entwicklungen nicht ab und versuchen, mit ihren Familien in die freien Niederlande zu flüchten. Aber dort werden jüdische Flüchtlinge seinerzeit nicht mehr aufgenommen, und wer entdeckt wird, kann zurückgeschickt werden.

Auf ihrer risikoreichen Flucht in freies Gebiet sind sie abhängig von der Güte der Mitmenschen und sie müssen oftmals darauf vertrauen, dass sie ihr Schicksal in gute Hände legen. Diejenigen, die es bis hier an den Rand des Reichswalds geschafft haben, finden in Luise und Lotte zwei Engel, die sie einige Tage beherbergen, ihnen zu essen geben und nachts über die Grenze bis zum Bauernhof von Henk und Maria Kerkhoff helfen. Dort sind sie auf jeden Fall wieder frei.

Im Sommer 1939 geht es schief und Luise wird eine Woche lang im Klever Gefängnis eingesperrt. Kahl geschoren wird sie wieder nach Hause entlassen. Als Strafmaßnahme wird ihr Mann Gustav, der von nichts wusste, am 31. August 1939 nach Krefeld versetzt. Dort stirbt er fünf Monate später im Alter von nur 63 Jahren.

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