Lent – Verteidigungsdeich
K4
Nijmegen
1951

Lent – Verteidigungsdeich

Lent – Verteidigungsdeich
Lent – Verteidigungsdeich
Lent – Verteidigungsdeich
Lent – Verteidigungsdeich

In den 1950er Jahren wurde ein Damm zwischen Arnheim und Nimwegen angelegt, der sogenannte Verteidigungsdeich. Er war Teil der IJssellinie und sollte im Falle einer Überflutung der Overbetuwe als „Notdeich“ dienen. Obwohl das riesige Sandgebilde sehr auffällig war, wusste fast niemand über seine tatsächliche Funktion Bescheid.

IJssellinie
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Westeuropa fest im Griff des Kalten Krieges. Die Angst vor einem Angriff aus der Sowjetunion war so groß, dass in den 1950er Jahren eine Verteidigungslinie entlang des Rheins angelegt wurde. Zum Schutz der großen Städte in den Provinzen Holland und Utrecht sollte in den Niederlanden die sogenannte IJssellinie entstehen. Mithilfe von Staudämmen in der Waal und im Rhein konnte die IJssel zu einer mehrere Kilometer breiten Wasserbarriere umfunktioniert werden. Eine Schwachstelle in dem Plan war der Betuwse Bandijk: Wenn dieser Deich brechen würde, könnte das Wasser durch die Betuwe abfließen. Aus diesem Grund entschied man sich dazu, einen zusätzlichen Deich zwischen Arnheim und Nimwegen zu errichten.

Verteidigungsdeich
Die offizielle Bezeichnung für einen solchen Damm lautet slaperdijk (Schlafdeich), doch im Volksmund wurde er schnell Defensiedijk(Verteidigungsdeich) genannt. Er entstand auf Basis des bereits vorhandenen Bahndamms in Lent, der an der Ostseite mit Asphaltsand verstärkt wurde. Der Deich wurde an der Trasse der Fernstraße 52 (heute A325) entlang bis nach Arnheim ausgebaut. Insgesamt wurden bei dem Deichbau 350.000 Kubikmeter Lehm und zwei Millionen Kubikmeter Sand verarbeitet. Der Sand stammte aus einem brachliegenden Gebiet bei Elst, wo heute der See Aamseplas liegt. Früher wurde dieses Gebiet auch „Verteidigungstümpel“ oder „Eisenhowersee“ genannt.

Deichscharten
Verkehrstechnisch führte der 11 Kilometer lange Verteidigungsdeich zu einigen Problemen. Deshalb wurden u.a. in Lent Öffnungen im Deich, sogenannte Deichscharten, angelegt. Im Notfall konnten sie mit Betonschotten oder Pfählen verschlossen werden. Auch für die Linge gab es eine Lösung: Sie floss fortan unter dem Deich hindurch. Bei der Auflösung der IJssellinie im Jahr 1964 wurde ein Großteil des Verteidigungsdeiches wieder abgetragen und als Sand verkauft. Nur so war es möglich, ein wenig von den Milliarden, die die IJssellinie gekostet hatte, wieder einzuspielen. An verschiedenen Orten, wie zum Beispiel in Lent und Elden, ist der Verteidigungsdeich jedoch erhalten geblieben.

Lent – Verteidigungsdeich
Lent – Verteidigungsdeich
Lent – Verteidigungsdeich
Lent – Verteidigungsdeich
K 4 Defensiedijk Lent 16062013
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