Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
W21
Tolkamer
1711

Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein

Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein

Die Niederländer lernen in der Schule, dass der Rhein bei Lobith in ihr Land fließt. Aber das stimmt gar nicht! Denn als der Rhein an Lobith vorbeifloss, gehörte Lobith nicht zu den Niederlanden. Und als Lobith dann zu den Niederlanden gehörte, floss der Rhein dort nicht mehr entlang. Wie kommt das eigentlich? Und was sagt es über das Dorf Tolkamer aus?

Sich verschiebende Grenzen
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts lag Lobith am Rhein. Hier stand ein Zollamt, wo Schiffer ihre Abgaben bezahlten. Aber der Rhein war launisch und verschob allmählich seinen Flusslauf. Nach einem Deichdurchbruch im Jahre 1711 lief der Rhein nicht mehr an Lobith vorbei, sondern an einem einen Kilometer südlicher liegenden Dorf, dem heutigen Tolkamer. Fortan wurde in Tolkamer der Zoll bezahlt. Aber lag Tolkamer deshalb an der Grenze? Manchmal ja, manchmal nein! Das Gebiet rund um die Stelle, an der Rhein und Waal sich teilen, war von großer strategischer Bedeutung und immer heftig umkämpft. Im 17. Jahrhundert war es abwechselnd französisch, deutsch, spanisch und niederländisch. Darum lag Tolkamer manchmal an der Grenze, manchmal nicht!

Treffpunkt
Im 17. Jahrhundert erhielt dann Tolkamer ein Zollamt. Dort herrschte oftmals Hochbetrieb. Der Zolleinnehmer angelte sich vom Kai aus die Abgaben der Schiffer. Später kontrollierten Zollbeamte die Schiffsräume auf den illegalen Handel mit Zigaretten, Alkohol und sogar Menschen. Dann wieder suchten die Schiffsmannschaften Unterhaltung an Land. Sie tätigten Einkäufe in den Dörfern und suchten Abwechslung in den Kneipen. Tolkamer wurde zum Treffpunkt europäischer Schifferfamilien und besaß irgendwann sage und schreibe 13 Kneipen. Die Zollerhebung war also gut für den örtlichen Mittelstand, schuf aber manchmal auch Probleme mit den Betrunkenen.

Reger Schiffsverkehr
Seit der Abschaffung der europäischen Binnengrenzen im Jahre 1993 fahren die Schiffe an Tolkamer nur noch vorbei. Das Zollamt von 1905 wurde inzwischen zu einem Hotel umgebaut. Touristen und Tagesausflügler sorgen für Betrieb an Land, wenn sie von der Europakade aus den Schiffsverkehr auf dem meistbefahrenen Wasserweg Europas beobachten.

Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
Hotel de Tolkamer – lebendiges Grenzdorf am Rhein
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W21_Tolkamer - NL
3:00