Das verschwundene Schloss De Marsch
B35
Zutphen
1272

Das verschwundene Schloss De Marsch

Das verschwundene Schloss De Marsch
Das verschwundene Schloss De Marsch
Das verschwundene Schloss De Marsch
Das verschwundene Schloss De Marsch

Bis vor gut 200 Jahren stand an dieser Stelle ein beeindruckendes Schloss: De Marsch. Es machte Platz für einen Bauernhof. Nun ist nur das Grundstück übrig geblieben, auf dem es einst stand, aber der Boden bewahrt noch viele Geheimnisse.

Overmarsch
Haus De Marsch war im späten Mittelalter ein Lehen der Grafen von Geldern und Zutphen und Wohnsitz einer Familie aus dem niederen Adel. Bei archäologischen Untersuchungen mit dem Bodenradar hat sich gezeigt, dass dort möglicherweise schon vor 1200 ein befestigtes Gebäude stand: eine sogenannte Burgmotte.
Im Jahre 1272 war Hendricus de Mersche (Hendrik van de Marsch) der erste Bewohner, den wir mit Namen kennen. Die Familie beherrschte unter anderem das Jagdgebiet De Overmarsch. 1319 verkaufte Graf Rainald II. von Geldern den größten Teil der Overmarsch an die Stadt Zutphen. Diese machte das Gebiet in den darauf folgenden Jahrhunderten urbar. Nur ein kleines Sumpfgebiet im Norden von De Marsch blieb für die Jagd übrig und ist noch stets ein Jagd- und Naturschutzgebiet: De Sprabanen.

Lintelohaus
Die älteste Abbildung der Burg stammt aus dem Jahr 1573. Inzwischen wohnte dort ein neues Geschlecht: Van Lintelo. Ab dem 16. Jahrhundert hieß es daher auch das Lintelohaus. Im Achtzigjährigen Krieg wurde der Gebäudekomplex vermutlich zerstört. Das Haus hatte fast 20 Jahre lang an der Kriegsfront gelegen. Kurz nach 1600 beginnt ein groß angelegter Wiederaufbau. Dieses Mal erhält das Haus ein unverkennbar schlossartiges Aussehen: mit drei Wohnflügeln, einem großen Treppenturm und zwei Ecktürmen, umgeben von einem Wassergraben.
1769 kaufte Robert Jasper van der Capellen das Schloss und ergänzte seinen Hausnamen um dessen Namen: Van der Capellen tot de Marsch.

Abbruch
Robert Jasper erlangte landesweiten Ruhm als Anführer der republikanischen „Patriotten“ und Nachfolger seines Onkels, Joan Derck van der Capellen tot de Pol. Aber 1787, nachdem die Orangisten die Macht ergriffen hatten, musste er aus dem Land fliehen. Nach seinem französischen Exil kehrte er 1795 zurück. Das Schloss war inzwischen so verfallen, dass Robert Jasper es zum Abbruch verkaufte: Die losen Steine brachten mehr ein als das Schloss als Ganzes. 1801 verkaufte er auch den Grund und Boden innerhalb der Wassergräben. Auf den Resten des stolzen Schlosses wurde ein Bauernhof gebaut. Untersuchungen mit dem Bodenradar haben gezeigt, dass die Fundamente des Schlosses um das heutige Haus herum liegen.

Das verschwundene Schloss De Marsch
Das verschwundene Schloss De Marsch
Das verschwundene Schloss De Marsch
Das verschwundene Schloss De Marsch
B35_Het verdwenen kasteel De Marsch - Zutphen - NL
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