Spijkse Overlaat
I09
Spijk
1800

Spijkse Overlaat

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Spijkse Overlaat

Für ein Flussgebiet wie die Liemers-Region ist eine Wasserregulierung lebensnotwendig. Jahrhundertelang wurden Pläne geschmiedet, um den Wasserstand zu kontrollieren und Überflutungen zu verhindern. Der „Spijkse Overlaat“ – der „Spijker Überlauf“ – war bereits im 18. Jahrhundert in Betrieb und diente dazu, überschüssiges Wasser aus dem Rhein abzuleiten.

Überflutungsgefahr
„… ein tobender Wasserfall, der sich grummelnd einen Weg durch das Bett des Oude Rijn bahnte.“ So klang es, als der Spijker Überlauf im Winter 1941 das Poldergebiet Rijnstrangen wieder einmal unter Wasser setzte. Ein Überlauf ist eine künstlich abgesenkte Stelle in einem Deich, über die das Flusswasser bei hohem Wasserstand auf eine sogenannte Retentionsfläche abgeleitet werden kann. Dadurch wird der Druck auf die Deiche vermindert und ein Durchbruch oder eine Überflutung verhindert. In den Niederlanden fanden sich viele Überläufe, vor allem im Osten des Landes, da dort die Überflutungsgefahr am größten war.

Notlösung
Der Einsatz eines Überlaufs war immer nur eine Notlösung, da die Bewohner einer solchen Retentionsfläche nicht gerade auf nasse Füße und ein überschwemmtes Haus warteten. Darum äußerten sie oftmals lauten Protest, wenn ein Gebiet durch die Behörden als Retentionsfläche ausgewiesen wurde. Und umgekehrt auch Freude, als der Spijker Überlauf 1956 außer Betrieb gestellt wurde. Im Garten der Villa Copera am Spijksedijk bei Tolkamer ist noch ein letztes Überbleibsel der Schutzmauer des Spijker Überlaufs zu sehen. Das Schöpfwerk Oude Rijn bei Pannerden übernahm die Aufgabe des Überlaufs. Derzeit sorgt das Schöpfwerk Kandia bei Groessen für einen stabilen, niedrigen Wasserstand in den Rijnstrangen. Der Driedorpenpolder zwischen Aerdt und Pannerden ist das einzige noch erkennbare Überbleibsel aus der Zeit der Überläufe.

Platz für den Fluss
Derzeit erforscht man innovativere Möglichkeiten der Wasserregulierung. Der Schwerpunkt hat sich dabei vom Deichausbau zur Flusserweiterung verschoben. In Gelderland ging 2007 das Projekt „Ruimte voor de Rivier“ (Platz für den Fluss) an den Start, was in einigen Fällen zu eingreifenden Maßnahmen führte. Auch jetzt weist man noch Retentionsflächen aus, eindeutig gegen den Wunsch der Bevölkerung. Es steht sogar im Raum, dass die Rijnstrangen erneut Retentionsfläche werden sollen. Vielleicht haben die Proteste der Bewohner geholfen: Vorläufig sind die Rijnstrangen aus dem Rennen.

Spijkse Overlaat
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I9_De Spijkse Overlaat - NL
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