M93 – Die Marschpoort
m93
Zutphen
1390

M93 – Die Marschpoort

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M93 – Die Marschpoort
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M93 – Die Marschpoort
M93 – Die Marschpoort

Zutphen
Bis 1820 stand am Ende des Groenmarkt ein beeindruckendes Stadttor: die Marschpoort. Dieser westliche Ausgang aus der Stadt führte zum Schiffskai, zur IJsselfähre und ab 1485 zur IJsselbrücke.

Tor zur IJssel
Um 1400 kannten die Bewohner von Zutphen dieses Stadttor als Nieuwe (Neue) Marschpoort. Es wurde im späten 14. Jahrhundert am Ende des Groenmarkt als westlicher Zugang zur Stadt gebaut. Es gab zuvor schon eine alte Marschpoort, allerdings etwas nördlicher, am Ende der Spiegelstraat. Diese Straße war bis ins 14. Jahrhundert die bedeutendste Route in westliche Richtung. Der Groenmarkt entstand im 14. Jahrhundert als Marktplatz auf einem um 1325 zugeschütteten Graben. Sehr schnell erhoben sich hier die großen backsteinernen Kaufmannshäuser und das städtische Weinhaus. Der Platz wurde zum Mittelpunkt von Handel und Verkehr. Das veranlasste die Stadtverwaltung zum Bau eines neuen Tores. Es führte zum Flussufer, wo die Schiffe der Hansekaufleute be- und entladen wurden. Zudem lag hier die Stadtfähre über die IJssel.

Schiffsbrücke
Ende des 15. Jahrhunderts ging der Handel auf dem Fluss stark zurück, im Gegenzug nahm der Handel über Land von Holland nach Westfalen zu. Daher ersetzte man 1485 die Fähre durch eine feste Brücke über die IJssel. So blieb Zutphen ein Handelskonkurrent des benachbarten Deventer, auch wenn letztgenannte Stadt aufgrund von erfolgreichen Jahrmärkten wirtschaftlich die Oberhand behielt. Wegen der langwierigen geldrisch-habsburgischen Kriege (1502-1543), war Zutphen kein Glück beschieden, da diese die Stadt in die wirtschaftliche Isolation trieben. Allerdings musste im Rahmen der Kriege an der Verteidigung der Stadt gearbeitet werden. 1532 wurde dicht vor dem Stadttor eine halbmondförmige Verteidigungsanlage (ein Zwinger) errichtet. Sie sollte den westlichen Zugang zur Stadt mithilfe von Kanonen vor feindlichem Beschuss schützen. In dieses Bollwerk wurde auch ein Tor integriert: die Buiten Marschpoort (das Äußere Marschtor). Die Überreste dieser Verteidigungsanlage liegen unter der Marschpoortstraat.

Neue Festung
Zwischen 1572 und 1591 bildete die IJssel die Frontlinie im Krieg gegen die spanische Unterdrückung. Im letzten Jahr eroberte Prinz Moritz von Oranien-Nassau Zutphen und beabsichtigte, die Stadt nicht mehr verloren zu geben. Sofort wurde mit dem Bau einer mächtigen Festung aus Bollwerken und breiten Gräben begonnen. Auf Flussseite entstand 1593 das Marschpoort-Bollwerk als Teil der Festung. Darin baute man wiederum ein Tor: die Buitenste Marschpoort (das Äußerste Marschtor). Die anfällige Berkelmündung, die im Norden von Zutphen lag, musste aus Sicherheitsgründen in die Festung integriert werden. Und so floss durch den mittelalterlichen Stadtgraben 1610 die Berkel zu ihrer neuen Mündung beim Kattenhaven-Wehr. Diese Situation besteht auch heute noch. Die Holzbrücke zum mittelalterlichen Tor wurde 1716 durch eine steinerne Bogenbrücke ersetzt. Vor der Brücke fand im 18. Jahrhundert der Fischmarkt statt. Jan de Beijer zeichnete Tor und Markt im Jahre 1743.

Abriss
Im Jahre 1820 war das einst so stolze Tor zu einem verfallenen Hindernis geworden und wurde abgerissen. 1855 durfte mit Zustimmung des Kriegsministeriums auch der westliche Teil der Festungsanlagen geschleift werden. Die Stadt entwarf einen neuen Schiffskai mit weißen Herrenhäusern und einem breiten Zugang zum Groenmarkt: die Marschpoortstraat. Zur steinernen Brücke kam 1861 eine Brücke aus Gusseisen und so entstand die noch heute existierende breite Brücke. 1998 fand man das Fundament der Marschpoort und markierte es auf dem Straßenpflaster. 

M93 – Die Marschpoort
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B35_Het verdwenen kasteel De Marsch - Zutphen - NL
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